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Aktuelles

Aktuelle Meldungen im Wintersemester 2021/22



Vorstellungsvorträge im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Neubesetzung des Lehrstuhls für Exegese und Hermeneutik des Alten Testaments


DFG fördert Forschungsprojekt „Ethik der Universität“

Im Alltag von Forschung und Lehre ist die Universität der Hintergrund, vor dem „etwas in der Welt“ in den Blick genommen wird. Erstaunlich selten aber rückt die Universität als Institution und Organisation selbst in den Fokus wissenschaftlicher Arbeit, obwohl sie vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Gestaltungsbestrebungen ausgesetzt ist. Das vom Sozialethiker Prof. Dr. Bernhard Laux geleitete und von der DFG geförderte Forschungsprojekt zielt auf die Klärung grundlegender normativen Anforderungen an die Strukturen und Prozesse der Universität: Die Vielfalt der Leistungsanforderungen und Systembezüge der Universität erfordert eine differenzierte ethische Reflexion für Forschung, akademische Bildung und Selbstverwaltung. Zugleich wird der Gedanke verfolgt, dass eine der wissenschaftlichen Kommunikation inhärente Normativität die Aufgabenbereiche verbindet und eine gemeinsame universitätsspezifische Orientierungsgrundlage bilden kann. In der gesellschaftlichen Nutzung von Leistungen der Universität kommen weitere Deutungsaspekte, Urteilskriterien und Systemlogiken zur Geltung. Anwendungsfragen können somit weder durch die Wissenschaft noch ohne sie geklärt werden; sie verstricken die Universität aber in normative gesellschaftliche Debatten, führen zu einer Mitverantwortung für Folgen und erfordern eine entwickelte ethische Reflexionsfähigkeit in der Universität – in Form von ethischer Urteilskompetenz ihrer Mitglieder und von Strukturen der Ethikberatung. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei im Projekt die Anforderungen an die akademische Bildung, durch die Universitäten in besonderer Weise in die Gesellschaft hineinwirken.


Prof. Dr. Thomas Karmann verstorben

Die Katholisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Regensburg, Innsbruck und Würzburg trauern gemeinsam um Prof. Dr. Thomas Rudolf Karmann, der am 15. November 2021 im Alter von 48 Jahren aus dem Leben gerissen wurde.

Nach seinem vom Alumni-Verein der Universität Regensburg mit dem Preis für ausgezeichnete Studienleistungen ausgezeichneten Studium und der von Norbert Brox und Franz Dünzl betreuten Diplomarbeit von 2001 war er bis 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie der Universität Regensburg. 2006 promovierte er in Regensburg mit einer Arbeit über Meletius von Antiochien und den Neunizänismus, für die er den Preis der Dr. Kurt Hellmich-Stiftung für ökumenische Theologie erhielt. Danach arbeitete er bis 2014 als akademischer Rat a.Z. ebenda am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie. In dieser Zeit übernahm er auch Lehrstuhlvertretungen in Münster (2010-2011 für Alfons Fürst), Regensburg (2011-2012 für Andreas Merkt) und Freiburg (2013-2014 für Thomas Böhm).

Im Jahre 2014 wechselte er nach Innsbruck, wo er zunächst als Universitätsassistent das Fach Alte Kirchengeschichte und Patrologie vertrat. Im Jahr 2017 nahm er den Ruf auf die Professur für Kirchengeschichte und Patrologie an. Nach einem Ruf an die Universität Würzburg im Jahre 2021 auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie lehrte er dort seit Beginn des Wintersemesters. Es ist eine besondere Tragik der Situation, dass Thomas Karmann an seiner letzten Wirkungsstätte nur wenige Wochen der Forschung und der Lehre vergönnt waren.

Im Jahre 2016 wurde er an der Universität Regensburg mit einer Arbeit zur Rezeption des matthäischen Stammbaums Jesu in der patristischen Literatur habilitiert, für die er den Preis der Armin Schmitt-Stiftung für biblische Textforschung erhielt. Im Jahre 2021 beriefen ihn die Direktoren des Centre for Advanced Studies „Beyond Canon“ der Universität Regensburg zum Honorary Fellow.

Thomas Karmann hat sich durch seine Arbeiten zur altkirchlichen Trinitätstheologie und Bibelrezeption, zu antiken christlichen Apokryphen, zu Origenes und seiner Rezeption sowie zu Askese und Mönchtum in der Antike in der Fachwelt einen Namen gemacht. Kollegen und Kolleginnen erinnern sich gerne an seine angenehme, ruhige, stets besonnene und freundliche Art. An erster Stelle standen für ihn die Studierenden, für die er stets eine offene Tür und ein offenes Herz hatte.

Thomas Karmann hat Theologie immer in dem Bewusstsein betrieben, dass sie sich im Dialog der Wissenschaften zu entfalten und zu legitimieren hat, gleichzeitig aber in der Kirche beheimatet ist und ihr auch die Aufgabe obliegt, dem religiösen Leben zu dienen. Und er war davon überzeugt, dass christlicher Glaube auch immer soziale Verantwortung mit sich bringt. In diesem Sinne hat er sich selbst immer wieder engagiert, kirchlich, vor allem in der Pfarrei St. Martin in Deggendorf, aber auch politisch, unter anderem acht Jahre lang als Stadtrat und städtischer Kinder- und Jugendbeauftragter von Deggendorf.

Wir haben nicht nur einen großartigen Wissenschaftler und engagierten akademischen Lehrer verloren, sondern auch einen äußerst liebenswürdigen Menschen. Unsere Anteilnahme gilt seiner geliebten Frau Kerstin.

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Donnerstag, 25.11.2021 um 15 Uhr auf dem Friedhof in Deggendorf (Aussegnungshalle) statt.

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Würzburg gedenkt dem Verstorbenen in einem Requiem am Donnerstag, 09.12.2021 um 19 Uhr in der Seminarkirche St. Michael, Josef-Stangl-Platz, Würzburg.

Prof. Dr. Klaus Unterburger, Dekan
Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Regensburg

Ao. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Guggenberger, Dekan
Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck

Prof. Dr. Matthias Remenyi, Dekan
Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Würzburg


Spiritueller Missbrauch in der Diskussion

"In der Kirche erleben Betroffene nicht nur Gewalt sexueller Art, sondern auch spirituellen Missbrauch. Der lässt sich allerdings schwerer definieren. Die Theologin Barbara Haslbeck sieht Ähnlichkeiten zum Vorgehen von Sekten." - Dr. Barbara Haslbeck, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Pastoraltheologie und Homiletik, im Interview mit dem "Domradio":

Link zum Interview


Habilitationspreis der Freunde der Universität Regensburg an PD Dr. Michael Sommer

Zum ersten Mal in der Geschichte der Universität Regensburg wird in diesem Jahr eine theologische Habilitationsschrift mit dem Habilitationspreis der Freunde der Universität Regensburg ausgezeichnet. Herr PD Dr. Michael Sommer, derzeit Lehrstuhlvertreter im Fach Exegese und Neues Testament an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg, beschäftigt sich mit der Bedeutung der Rede über „Witwen“ im frühen Christentum und darüber hinaus. Er ist sicherlich nicht der erste, der sich für „Witwen“ und ihre Bedeutung für das frühe Christentum interessiert. Bisherige Arbeiten allerdings setzten vor allem an sozialgeschichtlich relevanten Fragen an – und wollten häufig einfach beweisen, dass sich das frühe Christentum durch eine bessere Fürsorge für Witwen (und Waisen) vom Rest der griechisch-römischen Gesellschaft unterschied. Dies muss nicht falsch sein, Michael Sommers Arbeit zeigt jedoch, dass ein solcher Zugang alleine zu kurz greift. So interessant es ist, die Lebensumstände frühchristlicher Witwen zu erhellen, so sehr kann dies den Blick auf entscheidende Aspekte dessen verstellen, was uns ein großer Teil der relevanten Quellen sagt. Die spannende Frage, warum viele frühchristliche Autoren zwar immer wieder knapp davon sprechen, dass Witwen (und Waisen) zu unterstützen seien, sie sich gleichzeitig aber nicht für ihre wirklichen Lebensumstände zu interessieren scheinen, wurde bisher nicht beachtet. In Weiterführung von historischen Modellen zur Analyse frühchristlicher Diversität entwickelt Michael Sommer einen innovativen Zugang, der erlaubt, gerade diese Beobachtung ernst zu nehmen. In einem faszinierenden Durchgang durch bisher kaum bekannte griechisch-römische Quellen zeigt er, wie vielfältig einerseits die wirklichen Lebensumstände antiker Witwen waren und welche Stereotypen andererseits im Zusammenhang mit Witwen in den Quellen begegnen.

Viele christliche Schriften (auch jenseits des Neuen Testaments) wiederum sprechen vor allem da von der Notwendigkeit, Witwen zu unterstützen, wo sie an sozial- und kultkritische Passagen der Schriften Israels, d.h. des „Alten Testaments“, erinnern und sich damit in eine Tradition einschreiben wollen. Sie sprechen also über Witwen, um sich ihrer Identität zu vergewissern und sich zugleich von entworfenen Gegenbildern abzugrenzen. Dabei entwickeln sie die Sprache der Schriften Israels in einer Weise weiter, die erlaubt, nahtlos an Stereotypen, Ideale und Klischees der römisch-hellenistischen Welt anzuknüpfen. Über die konkrete Praxis gegenüber Witwen lässt sich dagegen in vielen Fällen wenig bis nichts folgern. Wir haben es also mit einem Cluster frühchristlicher Sprachspiele und ethischen Diskursen zu tun, die nicht zu direkt als Spiegelbild tatsächlichen Handelns gedeutet werden können. Greifbar bleiben literarische Konstruktionen kollektiver Identitäten; nur in wenigen Fällen können wir daraus Schlüsse auf konkrete Lebensrealität ziehen.


Armin-Schmitt-Preis 2021 an Dr. des. Matthias Geigenfeind

Für seine im Fach Exegese und Hermeneutik des Neuen Testaments eingereichte Dissertation mit dem Titel „Wirkung durch Übersetzung: Die Vetus Latina Apocalypsis Johannis in Nordafrika am Beispiel von Offb 11–12“ wird Dr. des. Matthias Geigenfeind, Dipl. Theol. Univ. mit dem diesjährigen Armin-Schmitt-Preis für biblische Textforschung ausgezeichnet. Matthias Geigenfeind, der in Regensburg und Jerusalem Katholische Theologie studierte und inzwischen an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel (Standort Wuppertal) am Institut für Septuaginta und biblische Textforschung (ISBTF) tätig ist sowie an der Universität Duisburg-Essen als Lehrbeauftragter für Neues Testament fungiert, erhält den mit 1.000 Euro datierten und vom früheren Ordinarius Prof. Dr. Armin Schmitt (1934–2006) gestifteten und nach ihm benannten Preis. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Tobias Nicklas betreut und von PD Dr. Michael Sommer mit begleitet. Sie geht dem theologischen Eigen- bzw. Mehrwert der altlateinischen Übersetzung der Johannesoffenbarung des Neuen Testaments nach und bietet rezeptionsgeschichtliche Einblicke in die Ekklesiologie, Mariologie sowie Theo-logie (sic!) und Christologie der Offb bei den frühen nordafrikanischen Christ*innen.


Kirche und Demokratie? Prof. Dr. Klaus Unterburger im Gespräch mit ARD alpha

Anfang Oktober 2021 läutete Papst Franziskus den Beginn der Weltsynode für die katholische Kirche ein: In einem zunächst auf zwei Jahre angelegt Reformprozess sollen die Glaubens- und Lebenserfahrung aller Katholiken gehört und ergebnisoffen diskutiert werden. Dieser gemeinsame Weg soll die katholische Kirche aus ihrer Krise führen. In der Sendung alpha-demokratie spricht Moderatorin Birgit Kappel mit Prof. Dr. Klaus Unterburger, Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neue Kirchengeschichte, über das spannungsreiche Verhältnis von Kirche und Demokratie, über die Aufwertung der sogenannten Laien in der katholischen Kirche und Möglichkeiten der Mitbestimmung von ungeweihten Gläubigen.

zur Sendung "Kirche und Demokratie" in der BR-Mediathek


Marga-Bührig-Preis 2021 an Prof.in Dr.in Ute Leimgruber

Der Marga Bührig Preis 2021 geht an Barbara Haslbeck, Regina Heyder, Ute Leimgruber und Dorothee Sandherr-Klemp. Ausgezeichnet wird ihr Band: Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbraucht an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche. Münster 2020.

Der Stiftungsrat gratuliert den Preisträgerinnen herzlich!

Die Preisverleihung fand am Freitag, 22. Oktober im Literaturhaus Basel statt.

http://www.marga-buehrig.ch/foerderpreis/aktuelle-preisverleihung/nggallery/thumbnails

(c) Marga-Bührig Stiftung, Adine Schweizer

[Pressemitteilung]


Bericht: Ehrenpromotion von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Stemberger

Am 21. Oktober 2021 verlieh die Fakultät für Katholische Theologie Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Stemberger, emeritierter Professor für Judaistik an der Universität Wien, die Ehrendoktorwürde der Fakultät. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Christoph Dohmen. An die feierliche Überreichung der Ehrenpromotionsurkunde schloss sich der Vortrag des Geehrten an. Prof. Stemberger sprach zur Frage „Gibt es eine jüdische (nicht christlich bestimmte) Theologie?“.

[Ausführlicher Bericht]



Einladung: Ehrenpromotion von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Stemberger

Die Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg verleiht em. o. Univ.-Prof. für Judaistik Dr. theol. Lic. rer. bibl. Dr. h.c. mult. Günter Stemberger Würde und Grad eines Doktors der Theologie ehrenhalber (Dr. theol. h.c.). Die Ehrenpromotion findet am 21. Oktober 2021, 18.00 Uhr s.t., statt.

Aufgrund der gegenwärtigen Situation können nur geladene Gäste in Präsenz teilnehmen. Die Feier wird aber auch online übertragen; die Zugangsdaten erhalten Sie von Frau claudia.gleixner@theologie.uni-r.de.

[Einladung]


Workshop „editiones. Interdisziplinäre Perspektiven auf Editionsvorhaben in der digitalisierten Welt“

Am 25./26. November 2021 findet ein Workshop des Graduiertenkollegs "Metropolität in der Vormoderne" unter dem Titel „editiones. Interdisziplinäre Perspektiven auf Editionsvorhaben in der digitalisierten Welt“ über Zoom statt. Anmeldungen bzw. Anfragen sind bis zum 24.11. möglich und an workshop.editiones@ur.de zu richten. 

[Link zur Veranstaltung]

[Flyer mit Programm]


Forschungskolloquium "Metropolität in der Vormoderne"

Das von der Fakultät mitgetragene Graduiertenkolleg "Metropolität in der Vormoderne" (GRK 2337) veranstaltet auch im Wintersemester wieder ein interdisziplinäres Forschungskolloquium. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen (Zugangsdaten bei kathrin.pindl@ur.de).


Lesung in der Reige "Literatur findet Stadt" mit Inger-Maria Mahlke am 5. Oktober

Am 5. Oktober 2021 um 18 Uhr findet eine Lesung in der Reihe "Literatur findet Stadt" mit Inger-Maria Mahlke statt. 

[Fleyer]

[Pressemitteilung]


Elitenetzwerk Bayern: Stelle für Simone Oelke am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

Frau Simone Oelke, Promovendin am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs "Metropolität in der Vormoderne" (GRK 2337), hat zusätzlich zu ihrem Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes auch eine 25%-Stelle am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft aus dem Marianne-Plehn-Programm im Rahmen des Elitenetzwerks Bayern eingeworben. Ihre Dissertation über den Deutungshintergrund der Psalmenverwendung in der Jerusalemer Liturgie der Alten Kirche untersucht das Verhältnis exegetischer und liturgischer Bibelrezeption; damit leistet sie einen Beitrag einerseits zur interdisziplinären Metropolenforschung, andererseits zum Forschungsschwerpunkt der Fakultät für Katholische Theologie über "Die Bibel und ihre Rezeption in kulturellen Kontexten".


Vorstellungsvorträge im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Besetzung des Lehrstuhls "Transregionale Religionsgeschichte"


Die Fakultät trauert um Prof. DDr. Gerhard B. Winkler OCIst

Die Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg trauert um Prof. DDr. Gerhard B. Winkler OCIst, der am 22. Septembr 2021 gestorben ist. Gerhard B. Winkler hatte von 1974 bis 1983 den Lehrstuhl für mittlere und neue Kirchengeschichte an unserer Fakultät inne. 

Die Fakultät für Katholische Theologie gedenkt seiner im Gebet und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

[Ausführlicher Nachruf]


Fakultät für katholische Theologie