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Caroline Emig, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Slavisch-Jüdische Studien

DFG-Drittmittelprojekt: „Leyb Kvítko oder Lev Kvitkó? Ein jiddischer (Kinderbuch-)Autor zwischen jüdischer und sozialistischer Revolution"


Projektbeschreibung

„Leyb Kvítko oder Lev Kvitkó? Ein jiddischer (Kinderbuch-)Autor zwischen jüdischer und sozialistischer Revolution"

Das in Regensburg an der Professur für Slavisch-Jüdische Studien angesiedelte Forschungsprojekt rückt den bisher kaum erforschten Leyb Kvitko (1890/1893-1952) aus dem Kreis der Autoren der Kultur-Lige, die wie Kvitko Zeugen der großen Umwälzungen und des Stalin-Terrors wurden, in seinen Mittelpunkt. Es soll untersucht werden, welchen Beitrag er für die moderne jiddische und später sowjetisch-jiddische (Kinderbuch-)Literatur leistete. Da diese vielfach illustriert wurde, ermöglicht insbesondere der intermediale Text-Bild-Vergleich eine mehrschichtige ästhetische, kulturhistorische und -politische Auswertung. Darauf aufbauend liegt ein besonderer Fokus auf der Frage, in welchem Ausmaß sich die Dichotomie zwischen dem ‚jiddischen Kvítko‘ und dem ‚russischen Kvitkó‘ konstituiert.

Es gilt zu erforschen, in welchem Umfang und mit welchen Mitteln er welche Rezipientenkreise ansprach und inwieweit er nach seiner Rückkehr in die UdSSR – als einer der meistrezipierten sowjetischen Kinderlyriker – den Richtlinien der Sowjetisierung Folge leistete oder den Texten ein impliziter, dem eingeweihten (jüdischen) Leser ein Gegentext eingeschrieben ist. Entscheidend ist hierbei das Spannungsfeld von Didaktismus und Literatur (als Spiel), von systemkonformer Poetik und Unterwanderung der Norm, von ‚Jüdischkeit‘ und sowjetischer Universalität.

Das Gesamtziel des Vorhabens ist es, Kvitkos Funktion für das Großprojekt der jüdischen Kulturautonomie und des sozialistischen Umschmiedens („perekovka“) des Menschen zu erfassen. Die kernwissenschaftliche, vor allem aber die öffentlichkeitsbezogene Vermittlung will ein im deutschen Raum bislang immer noch wenig bekanntes Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz aufzeigen. Angesichts der schwindenden Kenntnisse zur Judenvernichtung (s. jüngste Umfragen zum Auschwitz-Gedenktag) und zu Diktaturen des 20. Jahrhunderts, soll das Projekt gezielt einen Beitrag zur Erinnerungsarbeit leisten.


Biographie

Ausbildung

Aktuell Doktorandin an der Universität Regensburg, Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, Institut der Slavistik, Professur für Slavisch-Jüdische Studien

10/2014 – 09/2017 Studium der Ost-West-Studien Universität Regensburg, Schwerpunkte Literatur- und Kulturwissenschaft, erfolgreicher Abschluss Master of Arts

10/2011 - 08/2013 Begleitstudium Slovakicum an der Universität Regensburg mit erfolgreichem Abschluss

10/2010- 09/2014 Studium der Russischen Philologie und Betriebswirtschaftslehre Universität Regensburg, erfolgreicher Abschluss Bachelor of Arts 

10/2009 - 09/2010 Studium der Russistik Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

08/2000 - 06/2009 Ludwig-Georgs-Gymnasium Darmstadt, Abitur


Tätigkeiten

seit 05/2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Slavisch-Jüdische Studien, Institut für Slavistik der Universität Regensburg.

10/2017 - 04/2020 Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Slavisch-Jüdische Studien, Institut für Slavistik der Universität Regensburg.

04/2017 – 07/2017 Goethe-Institut Kasachstan, Kulturprogrammabteilung.

07/2016 – 04/2017 Wissenschaftliche Hilfskraft an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg


Mitgliedschaften

  • Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
  • Promotionskolleg der Philosophischen Fakultäten der Universität Regensburg (PUR)

Forschung

Forschungsinteressen

  • Intermedialität (Text-Bild-Beziehung)
  • Intertextualität (Lyrik)
  • Interdisziplinarität (Literatur-Kunst-Kultur-Geschichte)
  • Jiddischsprachige und Russischsprachige Literaturen

Dissertation zum Thema: 

Leyb Kvitko – Sowjetisch-Jiddische Kinderlyrik und ihre Illustrationen zu Beginn des 20. Jahrhunderts


Publikation

Jüdische Zeitkonzeptionen in Text und Bild: Scholem-Alejchem und Issachar Ber Ryback, in: ForAP –  Forschungsergebnisse von Absolventen und Promovierenden der Fakultät für Sprach-, Literatur-, und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg, Regensburg 2018, S. 143-160


Veranstaltungen

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2020 

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der slavischen Literatur- und Kulturwissenschaften (Kurs-Nr. 36312a)



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Caroline Emig, M. A.

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