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Grundeinkommen, Inzest, Kohleausstieg und NSU-Prozess

Ein breites Themenspektrum beim siebten Linklaters Redewettstreit an der UR


26. November 2018 | von Margit Scheid | Fotos von Julia Dragan

Grundeinkommen, Inzest, Digitalisierung, NSU-Prozess, Kohleausstieg, Business and Human Rights... die Themen der studentischen Standpunktreden beim Linklaters Redewettstreit an der Universität Regensburg waren breit gefächert. Vor einem gut gefüllten Hörsaal H24 traten am 22. November 2018 zehn Rednerinnen und Redner von den Universitäten Augsburg, Erlangen-Nürnberg, München, Passau und – natürlich – Regensburg gegeneinander an.

Darüber, wer den besten Vortrag hielt, hatte die Jury zu entscheiden, die dieses Mal aus Dr. Timo Engelhardt, Partner der Wirtschaftskanzlei Linklaters LLP, Dr. Bettina Mielke, Vorsitzende Richterin am Landgericht Regensburg, und Andreas Wenleder, Reporter im BR-Studio Niederbayern/Oberpfalz in Regensburg, bestand. Ausschlaggebend für die Bewertung waren neben der juristischen Argumentation auch Gestik, Mimik und Rhetorik.

In der ersten Runde hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Standpunktreden von fünf Minuten Dauer, bei der Themenauswahl hatten sie freie Hand. Manche Studierende gingen dabei auf Themen ein, die medial gerade große Aufmerksamkeit finden, etwa das Grundeinkommen oder das Urteil zum NSU-Prozess. Andere griffen Themen auf, die sie selbst bewegten, wie der Kohleausstieg oder das Plädoyer für ein Staatsexamen am PC.

Anna Kunz von der Universität Passau, die als beste Rednerin aus dem Wettstreit hervorgehen sollte, hielt eine Rede gegen die Onlineportale der AFD in Hamburg und anderen Bundesländern, über die Schülerinnen und Schüler melden können, falls Lehrer sich im Unterricht kritisch über diese Partei äußern sollten. Von Prof. Dr. Frank Maschmann, der den Abend moderierete, nach dem Grund für ihre Themenwahl gefragt, machte Anna Kunz deutlich: „Darüber hab ich mich in den letzten Wochen wirklich aufgeregt.“

In die zweite Runde kamen die vier bestplatzierten aus Runde eins: Jan Morawitz-Bardenheuer von der LMU, Nicola Antretter und Anna Kunz, beide von der Universität Passau, und Laura-Katharina Heide Effner von der UR. In dieser zweiten Runde wurden die Studierende in zwei Teams eingeteilt, die sich jeweils für bzw. gegen das Thema „Sollte das Vererben großer Vermögen stärker als bisher besteuert werden?“ positionieren mussten. Nach Abschluss der 20-minütigen Podiumsdiskussion und einer kurzen Beratung der Jury wurden alle Punkte zusammengezählt und die Sieger des Abends gekürt.

Den ersten Platz machte Anna Kunz von der Universität Passau. Dr. Timo Engelhardt erklärte, warum die Jury ihr die meisten Punkte zugesprochen hatte: "Frau Kunz hat sich bei ihrer frei vorgetragenen Standpunktrede nicht hinter dem Rednerpult versteckt und hat kein ganz einfaches Thema gewählt. Bei der Podiumsdiskussion hat sie die Argumente der Gegenseite aufgenommen und auch das Publikum mit einbezogen." Der zweite Platz ging an Jan Morawitz-Bardenheuer von der LMU, der dritte an Nicola Antretter von der Universität Passau.

Gewinner des Abends war damit die Universität Passau, die zum ersten Mal in der Geschichte des Regensburger Redewettstreits den Wanderpokal für die beste "Mann"schaftsleistung erhielt.

Anna Kunz war die Freude anzusehen. Sie sei noch ganz überrascht, fasste sie nach der Preisverleihung ihre Gefühle zusammen. "Die ganze Vorbereitung auf den Redewettstreit und der Vortrag heute vor großem Publikum haben viel Spaß gemacht. Dass wir jetzt auch noch gewonnen haben, ist für mich „die Sahne auf dem Törtchen“."
Auf die Frage, was sie denn mit dem Preisgeld von 500 Euro vor hat, meinte Anna Kunz lachend: „Das weiß ich noch gar nicht, da muss ich erst noch mit meiner Kollegin, Nicola Antretter, sprechen. Wir haben nämlich ausgemacht, egal was passiert, falls eine von uns gewinnt, teilen wir beide uns das Preisgeld.“

Die Platzierungen im Überblick

  • 1. Platz (500 €): Anna Kunz (Universität Passau)
    Titel der Standpunktrede: "Partei macht Schule"
  • 2. Platz (300 €): Jan Morawitz-Bardenheuer (Universität München)
    Titel der Standpunktrede: "Geschwisterliebe - ist die Strafbarkeit von Inzest noch zeitgemäß?"
  • 3. Platz: (200 €): Nicola Antretter (Universität Passau)
    Titel der Standpunktrede: "Deutschland, ein Vorbild in der Vergangenheit…?“
  • 4. Platz (Büchergutschein): Laura-Katharina Heide Effner (Universität Regensburg)
    Titel der Standpunktrede: "Warum ist Inzest strafbar?"
  • Universitätswertung (Wanderpokal): Universität Passau

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