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Missachtung von Sorgfaltsnormen oder Unglück?

Veröffentlichungsdatum 24. Juli 2020
t-online.de | Kriminalität

Prof. Dr. Henning Ernst Müller über die eingestellten Strafprozesse zur Duisburger Loveparade

Am 24. Juli 2020 jährte sich das katastrophale Ende der Duisburger Loveparade, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen, zum zehnten Mal. Die Strafprozesse im Zusammenhang mit den Todesfällen endeten ohne Schuldsprüche, das Verfahren wurde bereits im Mai 2020 eingestellt. Im Interview auf t-online.de zeigt sich Prof. Dr. Henning Ernst Müller enttäuscht über die Begründung des Gerichts, dass bei multiplen Ursachen die Einzelschuld geringer sei. Dem widerspricht Müller, der an der Universität Regensburg den Lehrstuhl für Strafrecht, Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht inne hat: "Auch in einem komplexen Geschehen gibt es für einzelne Bereiche Verantwortliche und sie können auch für Fehler verantwortlich gemacht werden." Dabei geht es laut Professor Müller nicht um hohe Strafen - wichtig ist ihm aber, "dass die Missachtung von Sorgfaltsnormen nicht als 'Unglück' klassifiziert werden kann". Auch wenn das Strafverfahren jetzt eingestellt wurde, sei  die Aufklärung längst nicht abgeschlossen. Prof. Müller: "Man muss jetzt daran gehen, auch über Medienöffentlichkeit die Politik zu einer Aufarbeitung zu drängen."

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