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Die UR in der Medienberichterstattung

Veröffentlichungsdatum 23. Februar 2021
Mittelbayerische Zeitung | Stadt Regensburg

Keine übergeordnete moralische Instanz mehr – Prof. Dr. Unterburger über vermehrte Austritte aus der katholischen Kirche

10 655 Menschen sind 2019 im Bistum Regensburg aus der katholischen Kirche ausgetreten. Eine hohe Zahl, die wohl auch in Zukunft nicht merklich zurückgehen wird - das prognostiziert Prof. Dr. Klaus Unterburger, Inhaber des Regensburger Lehrstuhls für Mittlere und Neue Kirchengeschichte. Die Mittelbayerische Zeitung hat ihn im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln zu den Gründen für die Abkehr von immer mehr Menschen von der katholischen Kirche und zu den möglichen Entwicklungen in den kommenden Jahren befragt. Nach Professor Unterburgers Einschätzung hat die katholische Kirche durch Missbrauchsskandale und kritische Berichte über den Umgang mit Kirchengeldern viel an öffentlichem Ansehen verloren, sie werde heute nicht mehr als eine übergeordnete moralische Instanz wahrgenommen. „Einen Zeitrahmen von 20 Jahren, in dem die katholische Kirche auseinanderfällt, halte ich leider für realistisch“, äußert sich Unterburger in der MZ.


Veröffentlichungsdatum 20. Februar 2021
Berliner Zeitung | Politik & Gesellschaft

"Das Grundgesetz gilt immer." – Prof. Dr. Kingreen im Interview mit der BLZ über die Geltung der Grundrechte in der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Krise und der damit zusammenhängenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens bringt sich Professor Dr. Thorsten Kingreen, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sozialrecht und Gesundheitsrecht an der Universität Regensburg, in die Diskussion um die rechtliche Grundlage für die politisch getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ein. Neben eigenen Veröffentlichungen ist Prof. Kingreen sowohl vom Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags als auch von Tages- und Wochenzeitungen um seine juristische Einschätzung zu Themen wie der Impfstrategie, der verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Corona-Maßnahmen oder die Feststellung der epidemischen Notlage gebeten worden. Im Interview mit der Berliner Zeitung empfiehlt Professor Kingreen die Aufnahme eines Stufenplans in das Infektionsschutzgesetz und spricht über den Schutz der Freiheitsrechte, über den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen und die Vereinnahmung mancher Aussagen durch Corona-Leugner.


Veröffentlichungsdatum 12. Februar 2021
Bayerischer Rundfunk | BR Retro

BR Retro über die Standortsuche für die vierte Landesuniversität

1962 durch Beschluss des Bayerischen Landtags gegründet, wurde 1965 der Grundstein für die Universität Regensburg gelegt. BR Retro zeigt in einem Beitrag aus dem Jahr 1965, wie es vor Baubeginn zum heutigen Standort der Universität Regensburg kam und welche Diskussionen rund um die Lage der Hochschule damals zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg geführt wurden. Zur Debatte stand einerseits eine Fläche von Fürst von Thurn und Taxis sowie andererseits das Gut Königswiesen der Stadt Regensburg. Beide lagen nur zwei Kilometer entfernt vom Stadtkern Regensburgs. Letztendlich kaufte der Freistaat den fürstlichen Grund für 36 Millionen D-Mark, auf dem der Campus errichtet wurde.


Veröffentlichungsdatum 17. Februar 2021
Bayerischer Rundfunk

Der lange Weg zu einem COVID-19-Medikament: BR über Biochemiker Prof. Dr. Gernot Längst und seine Forschung

Wissenschaftler:innen auf der ganzen Welt forschen mit Hochdruck an Impfungen und Mitteln gegen das Virus SARS-CoV-2. Auch in Regensburg befasst sich ein Projekt um UR-Biochemiker Prof. Dr. Gernot Längst mit der Suche nach einem Wirkstoff. Die Hoffnung: das "Nukleokapsid-Protein", oder kurz "N-Protein", das eine Schwachstelle des Corona-Virus sein könnte. Mit Hilfe von High-Tech-Verfahren arbeitet die UR gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), dem Biotech-Startup "2bind" und dem Universitätsklinikum Regensburg an der Entwicklung eines Medikaments, das sich diese Schwachstelle zu Nutze macht. Der Bayerische Rundfunk berichtet über das Projekt und seine Entwicklung, die mindestens fünf bis zehn Jahre dauern kann. Nachdem, nach Meinung von Prof. Dr. Längst, das Virus und seine Varianten jedoch gekommen sind, um zu bleiben, wäre so ein Medikament – zusätzlich zu Impfstoffen – auch in Zukunft ein gutes Mittel gegen SARS-CoV-2.


Veröffentlichungsdatum 16. Februar 2021
National Geographic | Wissenschaft

Wie wir unsere Phobien überwinden – National Geographic im Gespräch mit Dr. Theresa Wechsler

Mit Dr. Theresa Wechsler vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der UR hat National Geographic ein Interview über Phobien, also der panischen Angst vor gewöhnlich als harmlos eingestuften Dingen oder Situationen, geführt. Dr. Wechsler erklärt im Gespräch wie Phobien entstehen, warum es wichtig ist, sich mit seiner Angst auseinanderzusetzen um sie nicht zu verschlimmern, und wo Menschen, die unter Phobien leiden, Hilfe bekommen können. Die Erfolgsaussichten einer Expositionstherapie sind übrigens sehr gut; zudem übernimmt bei einer krankheitswertig ausgeprägten Phobie die Krankenversicherung die Behandlungskosten.


Veröffentlichungsdatum 14. Februar 2021
Servus TV | P.M. Wissen

Ist Liebe Chemie?
Prof. Dr. Inga Neumann über die biochemischen Vorgänge beim Verliebtsein

Zum Valentinstag hat die Sendung P.M. Wissen auf Servus TV die Neurobiologin Prof. Dr. Inga Neumann darüber befragt, welche biochemischen Prozesse in Körper und Gehirn ablaufen, wenn wir verliebt sind: Verliebte befinden sich nicht nur emotional, sondern auch körperlich in einem Ausnahmezustand, der auf einen komplexen Hormoncocktail zurückzuführen ist. Ins Spiel kommen nicht nur die erwartbaren Sexual- und Glückshormone, sondern unter anderen auch Stresshormone. Um nicht dauerhaft unter Stress zu stehen, ist der Zustand des Verliebtseins für gewöhnlich zeitlich begrenzt. Die gute Nachricht aber ist, dass die Verliebtheit im besten Fall dem Gefühl der tiefen Liebe weicht.


Veröffentlichungsdatum 10. Februar 2021
Mittelbayerische Zeitung | Stadt Regensburg

Tipps gegen den Corona-Stress– ein MZ-Interview mit Prof. Dr. Brigitte Kudielka

Die Mittelbayerische Zeitung hat Professorin Dr. Brigitte Kudielka, Inhaberin des Regensburger Lehrstuhls für Medizinische Psychologie, zur Frage interviewt, wie corona-bedingter Stress entsteht und was man ihm entgegensetzen kann. Neben der Gefahr, die das Corona-Virus für Leib und Leben darstellt, ist es in erster Linie der Kontrollverlust, der im Moment vielen zu schaffen macht, so Prof. Kudielka: Das kann zum Beispiel die fehlende Kontrolle über die eigene Zeiteinteilung sein, weil wir uns neben dem Homeoffice auch noch ums Homeschooling kümmern müssen; aber auch unfreiwillig hinzugekommene freie Zeit aufgrund von Kurzarbeit oder Schließung des Arbeitsplatzes verursacht Stress und erzeugt ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Die gute Nachricht der Professorin: Menschen sind adaptiv und können auch mit schwierigen Situationen umgehen. Dabei kann es helfen, die Kontrolle ein Stück weit zurückzuholen, etwa indem wir uns Hilfe holen, uns kreative Lösungen einfallen lassen und für einen Ausgleich in Form eines Hobbys oder einer sportlichen Betätigung sorgen.


Veröffentlichungsdatum 8. Februar 2021
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Karriere und Hochschule

Wissenschaft in der Lieferkette – Prof. Evers FAZ-Beitrag über das Eckpunktepapier zur Bayerischen Hochschulrechtsreform

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bereitet derzeit ein sogenanntes Hochschulinnovationsgesetz vor, das laut Ministerium einem am Leitbild größtmöglicher Freiheit konzipierten Neuaufbruch gleichkommt. Die Aufgaben der staatlichen Hochschulen in Bayern sollen dabei zukünftig als "Dreiklang von Forschung, Lehre und Transfer" definiert werden. In einem Gastbeitrag in der FAZ nimmt Ferdinand Evers, Professor für Theoretische Physik an der Universität Regensburg, Stellung zu dem in Vorbereitung der Hochschulrechtsreform veröffentlichten Eckpunktepapier des Ministeriums und warnt davor, die Universitäten verstärkt zu Zulieferern für die Wirtschaft zu machen. Nicht mehr die Bildung und das "Hochamt der Vernunft" stünden im Fokus, so Evers, sondern die Übergabe von 'Verwertbarem' in sozialer, technologischer, ökonomischer, ökologischer oder kreativer Hinsicht. Doch die Erkenntnisse, die eine Universität im Idealfall hervorbringe, sollten so bahnbrechen sein, dass sie den Erfordernissen des Marktes weit voraus sind. Dringend rät Professor Evers davon ab, Überlegungen zur Verbesserung der Universitäten mit der Hightech Agenda Bayern zu vermischen.


Veröffentlichungsdatum 4. Februar 2021
Mittelbayerische Zeitung | Stadt Regensburg

Solidarität in Zeiten von Corona – Prof. Dr. Lübbe im MZ-Interview zur Empfehlung des Ethikrats gegen Sonderrechte für COVID-19-Geimpfte

Sollen für Personen, die gegen COVID-19 geimpft sind, besondere Regeln gelten? Soll ihnen ein Leben ohne die vom Staat vorgegebenen Freiheitsbeschränkungen ermöglicht werden? Zu dieser Frage hat der Deutsche Ethikrat am Donnerstag eine Ad-hoc-Empfehlung veröffentlicht, in der er sich gegen solche besonderen Regeln ausspricht. Professorin Dr. Weyma Lübbe, Inhaberin des Regensburger Lehrstuhls für Praktische Philosophie, erklärt im Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung, warum sie Vorbehalte gegen einzelne Punkte in der Entscheidungsbegründung des Ethikrats hat.


Veröffentlichungsdatum 2. Februar 2021
ARD | ARD Buffet

Glücksgefühle trotz Corona-Krise: Prof. Dr. Inga Neumann erklärt, wie man gut durch die soziale Isolation kommt

Die Sendung ARD Buffet hat die Neurobiologin Prof. Dr. Inga Neumann per Video ins Studio geholt, um darüber zu sprechen, wie sich die durch die Corona-Einschränkungen bedingte soziale Isolation auf unsere Psyche auswirkt. Als soziale Wesen sind wir auf persönliche Kontakte angewiesen, insbesondere liebevolle Berührungen reduzieren den Stresslevel, setzen positive Botenstoffe im Körper frei und aktivieren das körpereigene Belohnungssystem. Wer allein lebt und auf körperliche Nähe verzichten muss, dem können Gespräche mit Augenkontakt helfen, moderater Sport an der frischen Luft, gutes Essen und die Pflege unseres größten Sinnesorgans, der Haut.


Veröffentlichungsdatum 30. Januar 2021
TVA | Kaum zu glauben?

Prof. Dr. Rupert Scheule auf TVA zum Verhältnis zwischen Tier und Mensch

Sollte der Mensch Tiere essen? Was ist artgerechte Haltung? Welche Rechte haben Tiere und was sind sie uns wert? In der Sendung "Kaum zu glauben?" diskutiert Moraltheologe Prof. Dr. Rupert Scheule der Universität Regensburg mit Theresa Garcia, Studienreferendarin für Latein und Geschichte, Fragen zum Thema "Tierisch gut. Was sind uns andere Lebewesen wert?".


Veröffentlichungsdatum 23. Januar 2021
BR Fernsehen | Gut zu wissen

Weniger sitzen, gesünder arbeiten: Wie Sportwissenschaftler:innen mehr Bewegung ins Büro bringen wollen

Viele Büroarbeiter:innen verbringen täglich 15 Stunden im Sitzen - ein gefährlicher Lebensstil, stellt das viele Sitzen doch einen Risikofaktor für eine ganze Reihe von Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes dar. Wer sich nicht nur einmal die Woche im Fitnessstudio bewegt, sondern Bewegung in den Büro- oder Homeoffice-Alltag einbaut, reduziert sein Erkrankungsrisiko und kann sein Wohlbefinden steigern. Wie das gelingen kann, schildern Wissenschaftler:innen der Universitäten in Regensburg und Bayreuth in der BR-Sendung "Gut zu wissen" des Bayerischen Fernsehens.


Veröffentlichungsdatum 13. Januar 2021
BR.de | Bayern

Prof. Dr. Salzberger spricht sich im BR-Interview für eine deutschlandweite Regelung zur FFP2-Maskenpflicht aus

Für Bayern gilt ab dem 18. Januar 2021 eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im ÖPNV und im Einzelhandel. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk bedauert der Infektiologe Prof. Dr. Bernd Sazlberger diesen Alleingang Bayerns und spricht sich für eine konzertierte Aktion in ganz Deutschland, besser noch in ganz Europa aus. Technisch seien FFP2-Masken besser als der alltäglich verwendete Mund-Nasen-Schutz, doch auch hier sei die Passform entscheidend: Eine Maske müsse gut und vor allem dicht sitzen, betont Professor Salzberger. Im weiteren Gespräch gibt Salzberger Hinweise zur Tragedauer und erklärt, unter welchen Voraussetzungen eine Maske mehrmals verwendet werden kann.


Veröffentlichungsdatum 12. Januar 2021
Handelsblatt | Gastkommentar

Prof. Dr. Michael Heese im Handelsblatt: Ein Verbot der „Privilegierung“ von Geimpften wäre verfassungswidrig

Der Corona-Impfstart in Deutschland verläuft holprig, zügig dagegen nimmt die politische Diskussion um mögliche Privilegien für Geimpfte Fahrt auf: Dabei geht es um die Möglichkeit, bereits geimpften Personen exklusiv den Zugang zu derzeit untersagten Veranstaltungen und geschlossenen Freizeiteinrichtungen zu gewähren. Sinnvoller Impfanreiz oder gefährliche Grundlage für eine zunehmde gesellschaftliche Spaltung?

Ob es für das Verbot einer Privilegierung von Geimpften eine rechtliche Grundlage gibt – darüber schreibt in einem Gastkommentar im Handelsblatt der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Michael Heese, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrens- und Insolvenzrecht, Europäisches Privat- und Prozessrecht sowie Rechtsvergleichung an der Universität Regensburg. Zugangsbeschränkungen für Nicht-Geimpfte – das sei an dieser Stelle bereits verraten – seien sowohl durch das Hausrecht, als auch durch die in Artikel 2, 12 und 14 des Grundgesetzes verbürgte unternehmerische Betätigungsfreiheit rechtlich durchaus möglich.


Veröffentlichungsdatum 7. und 8. Januar 2020
ARD / Deutschlandfunk / MZ / idowa.de / t-online.de

"Nichts was Trump tut, kann noch überraschen" – Einschätzungen von Prof. Bierling und Prof. Depkat zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar

Seit den Präsidentschaftswahlen im November 2020 wird der unterlegene Kandidat, Donald Trump, nicht müde von Manipulation und einer gestohlenen Wahl zu sprechen. Diese Aussagen haben letzten Endes wohl dazu geführt, dass eine Gruppe von fanatischen Trump-Anhängern am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmte - zu einem Zeitpunkt als dort der Kongress Joe Biden als neuen Präsidenten bestätigen sollte.

Im Gespräch mit den Regensburger Professoren Stephan Bierling (Internationale Politik) und Volker Depkat (American Studies) gehen verschiedene Medien der Frage nach, warum Donald Trump die Lage so eskalieren ließ, welche Rolle dabei die republikanische Partei spielte und ob ein Amtsenthebungsverfahren Aussicht auf Erfolg hätte.


Veröffentlichungsdatum 5. Dezember 2020
BR | Gut zu wissen - Wissensmagazin

Hoffnung und Risiko zugleich – Prof. Dr. Selim Corbacioglu spricht über die Genschere CRISPR

CRISPR ist eine Methode, mit der man DNA verändern kann. Es ist das aktuell wohl mächtigste Werkzeug der Biologie und für viele Menschen, die unter einer Erbkrankheit leiden, die große Hoffnung. Doch wie funktioniert die Genschere? Das winzige Protein CRISPR/Cas9 zerschneidet DNA. Seine Aufgabe: in der DNA defekte Gene zu finden und diese herauszubeißen. Somit kann man sehr spezifisch und effektiv Zellen genetisch verändern.

Zwei Methoden gibt es dabei: Die eine ist, dass man die Zelle, in der vorher der Fehler war, das Loch selbst flicken lässt. Das Gen funktioniert dann zwar nicht mehr, aber das Problem ist behoben. Auf diese Weise hat Prof. Dr. Selim Corbacioglu (Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Regensburg) erstmals die Erbkrankheit Beta-Thalassämie geheilt. Dieser Gendefekt bewirkt einen eingeschränkten Sauerstofftransport im Blut. Patienten, die unter Beta-Thalassämie leiden, sind ihr Leben lang auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen. Prof. Corbacioglu ist der erste Forscher weltweit, der diese Krankheit geheilt hat, indem er die DNA geändert hat. Die zweite Methode ermöglicht noch einiges mehr: Man könnte durch die Injektion eines Stücks DNA – also eines Ersatzteils – in die Zelle alle defekten Gene austauschen. Theoretisch könnte sich die Menschheit immer weiter optimieren. Jedoch birgt die Methode auch Risiken: Es gibt keine Garantie dafür, dass CRISPR immer die richtige Stelle erwischt. Wenn das Protein das falsche Stück herausschneidet, könnte das Gen absterben oder mutieren; CRISPR könnte also Krebs oder andere Krankheiten auslösen. Sehr häufig beißt CRISPR auch in benachbarte, fehlerfreie Gene und wirkt so mehr Schaden als Nutzen. Deshalb wird es nur außerhalb des Körpers angewandt.

Der Beitrag geht auch auf die ethischen Bedenken im Zusammenhang mit der Genschere-Methode ein: Um systematisch Erbrankheiten auslöschen zu können, müsste man CRISPR bereits in der Keimbahn einsetzen. Nicht nur die Genmanipulation am ganz frühen Embryo ruft den Ethikrat auf den Plan, sondern auch die Frage, wie die Gesellschaft über Menschen mit Gendefekt denken wird, wenn man mit CRISPR das Erbmaterial ändern kann. Es existiere die Sorge, dass eine Art Optimierungsspirale entsteht, in der diejenigen, die es sich leisten können, ihren Nachwuchs immer mehr verbessern. Auch die Möglichkeit, dass die Methode militärisch missbraucht werden könnte könne leider nicht ausgeschlossen werden.

Der Beitrag wird noch einmal gesendet auf ARD-alpha am 18. Dezember 2020, 23.55 Uhr.


Veröffentlichungsdatum 15. November 2020
Deutschlandfunk | Interview der Woche

"Das hat erdbebengleiche Folgen, was hier momentan passiert" – Ein Deutschlandfunk-Interview mit Prof. Dr. Volker Depkat über Trumps Negierung der Wahlniederlage

Im Deutschlandfunk spricht Christoph Heinemann im "Interview der Woche" mit  Dr. Volker Depkat, Professor für Amerikanistik an der UR, über Donald Trumps Weigerung, seine Niederlage bei den US-Präsidentschaftswahlen anzuerkennen. Noch nie, so Depkat, habe ein amtierender Präsident der USA seine Wahlniederlage geleugnet. Allerdings stelle diese Weigerung nur das Finale einer ganzen Reihe von Handlungen dar, durch die Trump seine Verachtung gegenüber der Verfassung und der in ihr niedergelegten Verfahren zum Ausdruck brachte. Seinen Anfang habe dieses Verhalten bereits in der Zeit von Trumps Kandidatur 2016 genommen, so Depkat weiter. Der Historiker gibt zu bedenken, dass nicht Trump allein uns Sorgen bereiten sollte, sondern auch die Tatsache, dass er von 70 Millionen Amerikanern gewählt worden sei. Die Spaltung innerhalb der amerikanischen Geselleschaft führt Professor Depkat auf eine Frage nach dem richtigen, dem amerikanischen Lebensstil zurück und darauf, wer das Recht habe zu definieren, was amerikanisch ist: Wir erlebten eine Polarisierung von sozial-moralischen Milieus, die momentan Rücken an Rücken stehen und nicht bereit sind, miteinander in einen Dialog zu treten: "Solange sich diese Polarisierung nicht ändert, sehe ich auch nicht, wie da nachhaltig etwas heilen kann", so Depkats Resümee im Deutschlandfunk.


Veröffentlichtungsdatum 11. November 2020
ARD | plusminus

Prof. Dr. Heese spricht über die zweite Klagewelle an deutschen Gerichten im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal

Als unabhängiger Rechtswissenschaftler beobachtet und analysiert Prof. Dr. Michael Heese, Inhaber des Regensburger Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrens- und Insolvenzrecht, Europäisches Privat- und Prozessrecht sowie Rechtsvergleichung den Dieseskandal rund um VW und andere Hersteller. In der ARD-Sendung plusminus vom 11. November 2020, gibt Professor Heese seine Einschätzung zum weiteren Verlauf der Klagen im Zusammenhang mit den manipulierten Diesel-Kraftfahrzeugen ab: Deutsche Gerichte erlebten gerade das Hereinbrechen einer zweiten Klagewelle, die sich jetzt in erster Linie an andere Hersteller als VW richte. Diese Klagen würden die Gerichten noch eine ganz Weile lang beschäftigen; um einer Verschwendung staatlicher Ressourcen entgegenzuwirken, sei eine Kanalisierung der Klagen in ein einheitliches Verfahren wünschenswert, so der Rechtswissenschaftler weiter.


Veröffentlichungsdatum 6. Oktober 2020
welt.de | kmpkt

Wie man die Zeit ausdehnen kann: Psychologe Ferdinand Kosak erklärt, wie sich das subjektive Zeitempfinden beeinflussen lässt

Bereits Anfang 2019 hat Ferdinand Kosak vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie in der Fachzeitschrift Acta Psychologica einen Artikel darüber veröffentlicht, dass aktivierte Erinnerungen das Potential haben, das gefühlt schnelle Zeitvergehen abzumildern. Auf welt.de erschien am 6. Oktober 2020 ein Artikel über seine Erkenntnisse: In der zugrundeliegenden Studie befragte Kosak 473 Menschen zwischen 14 und 67 Jahren zum subjektiv empfundenen Verstreichen der Zeit innerhalb der letzten fünf Jahre. Die Probanden wurden dabei per Zufallsentscheid in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe sollte, bevor sie den Fragebogen zum Zeitempfinden ausfüllte, Erlebnisse aufschreiben, an die sie sich aus den vorangegangenen fünf Jahren erinnerte. Die zweite Gruppe rief diese Ereignisse nicht ab. Das Ergebnis der Untersuchung: Wer sich vorab mindestens vier Ereignisse ins Gedächtnis rief, für den verging die Zeit nach eigenen Angaben vergleichsweise langsamer. 


Veröffentlichungsdatum 30. September 2020
BR Fernsehen / idowa.de

"Ein Punktsieg für Biden" - Prof. Dr. Stephan Bierling über das erste TV-Duell der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten

In der Nacht vom 29. auf den 30. September fand das erste von insgesamt drei TV-Duellen im Wahlkampf der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten statt. Stephan Bierling, Professor für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen an der UR, hat in der Rundschau im Bayerischen Fernsehen und für idowa.de die Fernsehdebatte analysiert. Doch eine wirkliche Debatte war das Fernsehduell gar nicht, so Bierling, denn keiner hat dem anderen zugehört.

Trump musste auf Attacke gehen und versuchen, Biden in die Defensive zu treiben. Das sei dem Amtsinhaber jedoch nicht gelungen, so Bierling, und so sei Biden zwar kein strahlender Sieger, hätte aber auch keinen großen Fehler gemacht: "ein Punktsieg für Biden", so Professor Bierlings Resüme. Werfe man einen Blick in die us-amerikanischen Medien, so stelle man fest, dass die rechten Medien Trump für seinen Auftritt bejubeln, die linken und die Mainstream-Medien dagegen feiern Biden. Jeder, der die beiden Kandidaten kennt, wird im Fernsehduell nichts Überraschendes gesehen haben, sagt Prof. Dr. Stephan Bierling gegenüber idowa.de.


Veröffentlichungsdatum 30. September 2020
Bayerischer Rundfunk | Bayern

"Ein Schritt in die richtige Richtung" - Prof. Dr. Bernd Salzberger im BR-Interview über die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen

Bußgelder für falsche Angaben in Gästelisten, Fördergelder für Lüftungsanlagen und Einschränkungen bei privaten Feiern - am 30. September haben sich Bund und Länder auf neue Corona-Maßnahmen geeignet. Wie sinnvoll diese Maßnahmen sind, dazu hat der Bayerische Rundfunk mit Prof. Dr. Bernd Salzberger, Bereichsleiter Infektiologe am UKR und Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Klinische Infektiologie an der Universität Regensburg gesprochen.

Regional zu reagieren und auf das jeweilige Infektionsgeschehen angepasste Regelungen zu treffen, sei sinnvoll, so Professor Salzberger, denn die Epidemie entwickle sich in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ganz anders als im vergleichsweise wenig betroffenen Mecklenburg-Vorpommern oder in Sachen-Anhalt. Grundsätzlich sei es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger in Eigenverantwortung darauf achten, konsequent eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und konsequent zu lüften. 

Salzberger sieht die steigenden Infektionszahlen durchaus als besorgniserregend, auch wenn er im Moment, aufgrund der langsamen Steigerung, weniger beunruhigt sei als noch im März und April. Jetzt gelte es, die Zahlen durch konsequente Maßnahmen wieder nach unten zu bringen.

Alles in allem sieht Prof. Dr. Bernd Salzberger die Krankenhäuser in Deutschland für eine zweite Welle gut gerüstet, für das Personal werde sie aber eine starke Belastung darstellen. Sollten die Infektionszahlen dramatisch ansteigen, könne es dazu kommen, dass die Krankenhäuser an ihre Grenze stoßen und eine ausreichende Versorgung nicht mehr gewährleistet wäre.



Weitere Beiträge über die Universität Regensburg aus den vergangenen Semestern finden Sie in unserem Archiv.

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