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Forschung

Die Forschungsschwerpunkte der Professur sind der Pädagogischen Psychologie oder der Empirischen Pädagogik zuzuordnen und liegen in den Bereichen 

  • kognitive Lernprozesse, unter besonderer Berücksichtigung des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien, 
  • Expertiseentwicklung in der Lehre 
  • tiergestützte Intervention in Lehr- und Lernkontexten.
     

Lernen mit Unterrichtsvideos

Lernen mit Unterrichtsvideos: 
Wirkungsmechanismen verschiedener Kameraperspektiven.

Unterrichtsvideos sind auf dem Weg, ein wichtiger Bestandteil der universitären Ausbildung zu werden. Sie ermöglichen es, theoretisches Wissen der Universität mit Praxisbeispielen aus der Schule zu verbinden und vielfältige Lernprozesse anzustoßen. Dazu zeigen verschiedenste Forschungsergebnisse, dass ein Training angehender Lehrkräfte mit Unterrichtsvideos einen positiven Effekt auf Wissenserwerb, professional vision und Handlungswissen haben. Beim Einsatz von Unterrichtsvideos in der Lehre bleibt die Wirkung der Kameraperspektiven derzeit noch weitestgehend unberücksichtigt. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten, welche die Wirkungsweise von Unterrichtsvideos untersuchen, gehen auf die eigentliche Gestaltung der Videos nicht ein. Es wird oft auf den technischen Fortschritt verwiesen, der eine videografische Erhebung einfacher macht, doch selten wird über die technischen Voraussetzungen und den tatsächlichen Einsatz gesprochen. Nicht auf die Gestaltung der Videos einzugehen steht der aktuellen Forschung von z.B. Tamara van Gog und ihrer Forschungsgruppe entgegen, die in ihren Arbeiten deutlich herausgearbeitet hat, dass selbst kleinste Veränderung im Video Veränderungen in der Lernleistung und Betrachtungsweise der Zuschauer bzw. Lerner hervorrufen. Der technische Fortschritt ermöglicht es, multiperspektivische Ansichten eines Klassenraums an die Universität zu bringen oder online in eine geschützte Datenbank zu übertragen. Doch wie wird mit Unterrichtsvideos und deren unterschiedlichen Kameraansichten gelernt?

Um diese Frage in beantwortbare Teilfragen zu unterteilen, wurden folgende Aspekte ausgewählt:

  • Welchen Einfluss hat ein multiperspektivisches Kamerasetting in Unterrichtsausschnitten auf die Beobachtungsleistung von beginnenden und erfahrenen Lehrkräften?
  • Welche Auswirkungen hat ein multiperspektivisches Kamerasetting in Unterrichtsausschnitten auf die Lernleistung Studierender?

Die erste Frage soll durch eine qualitative Studie beantwortet werden. Mithilfe des Modells des Noticing/Interpretation wird mit einem Laut-Denken-Protokoll erfasst und analysiert, was erfahrene Lehrkräfte und im Gegensatz dazu beginnende Lehrkräfte bei einer Betrachtung von Unterrichtsvideos verbalisieren und somit beobachten (classroom professional vision). Um die zweite Teilfrage zu beantworten soll eine Studie durchgeführt werden, in der Studierende anhand von Unterrichtsvideos Fachwissen zum Thema Unterrichtseinstiege lernen. Hierbei werden Gruppen gebildet, die mit verschiedenen Kameraansichten arbeiten.


Modalitätstransfer im e-Learning by Teaching

Modalitätstransfer im e-Learning by Teaching


Die Forschung setzt sich zum Ziel, Erkenntnisse zum Instruktionsdesign „Lernen durch Lehren“ ins digitale Feld zu übertragen und mehr über textuelle bzw. audiovisuelle Modalitäten und vor allem deren Interaktion zu erfahren. Dabei liegt der Fokus auf der Generierung von instruktionalen Videos und Texten durch Lernende. Die Potentiale beider Formate werden untersucht und der Einfluss der Modalität des den Medien zugrundeliegenden Lernmaterials erforscht.

Die Studien werden in der Berufsweiterbildung und in der universitären Lehramtsausbildung durchgeführt. Vorläufige Ergebnisse lassen darauf schließen, dass ein „Modalitätstransfer“, also die Generierung eines instruktionalen Videos aus textuellem Inputmaterial bzw. die Generierung eines instruktionalen Textes aus audiovisuellem Inputmaterial, als lernförderlicher Faktor anzunehmen ist. Zur generellen Effektivität des instruktionalen Videos als das von den Lernenden generiertes Medium zeigten sich bisher größere Unterschiede bezüglich der Universitäten und Berufsweiterbildungs- Kohorten.


Förderfaktoren für Lehrerfolg in der Onlinelehre

Die Wirkung unterschiedlicher Instruktionsdesigns auf den Lehrerfolg in der Onlinelehre

Im universitären Kontext sind die Dozierenden innerhalb einer Veranstaltung mit einer heterogenen Studierendengruppe konfrontiert. Um individuelle Potentiale und Ressourcen berücksichtigen zu können, ist eine starke Fokussierung auf den Lernenden und eine Orientierung an den Lernergebnissen und Strategien, mit denen sie erreicht wurden, notwendig (Ulrich, 2016). Aus diesem Grund werden in der Lehre didaktische Konzepte benötigt, in denen die Lernenden und ihre individuellen Merkmale eine zentrale Rolle einnehmen. 


Im Rahmen des Dissertationsprojekts soll die Frage geklärt werden, inwiefern unter der Berücksichtigung spezifischer Lernendenmerkmale der Lehrerfolg von Online-Veranstaltungen durch didaktische Maßnahmen erhöht werden kann. Hierzu wurde mittels einer Fragebogenerhebung (Studie 1) untersucht, wie die epistemischen Überzeugungen, die Technologieakzeptanz, die Lern- und Leistungsmotivation und die Motivation von Studierenden mit deren Bewertung des Lehrerfolgs von Online-Veranstaltungen zusammenhängen. In Studie 2 wurde in einer experimentellen Untersuchung der Effekt des Einsatzes von Microlearning und Computer-supported Collaborative Learning auf die Bewertung des Lehrerfolgs von Online-Veranstaltungen sowie der Zusammenhang mit spezifischen Lernenendenmerkmalen (vgl. Studie 1) geprüft.


 


Visuelles Cueing als Gestaltungsmerkmal instruktionaler Medien

Visuelle Signalisierung als Gestaltungsmerkmale instruktionaler Medien

Trotz langjähriger intensiver Forschung auf dem Gebiet der visuellen Signalisierung bei instruktionalen Medien, bleibt der tatsächliche Stellenwert von visueller Signalisierung als Gestaltungsmerkmal nach wie vor ungeklärt. Bislang fehlen konkrete, differenzierte Vergleiche und Betrachtungen, was eindeutige Aussagen und Gestaltungsempfehlungen unmöglich machen. Zwar zeigten vergangene Forschungsergebnisse positive Effekte auf die Lernergebnisse, diese wurden jedoch nicht immer bei allen Erhebungen gefunden, ebenfalls zeigten einige Studien sogar negative Effekte einer visuellen Signalisierung. Van Gog (2014) vermutet hierbei, dass sich diese Unterschiede zwischen den Studien möglicherweise durch Unterschiede in der Art der verwendeten visuellen Signalisierung, Unterschiede in den verwendeten Lernmaterialien, Unterschiede im Grad der erforderlichen visuellen Suche, Unterschiede zwischen den Teilnehmerpopulationen und so weiter erklären lassen. Aufgrund dieser Unterschiede zwischen den Studien ist es im Moment nicht möglich, so van Gog (2014), Instruktionsdesignern Richtlinien zu geben, welche Art von visueller Signalisierung wann verwendet werden sollte. Eine systematische differenzierte Betrachtung des visuellen Signalisierungsprinzips ist daher unabdingbar. Ziel der geplanten Forschung ist daher, die Auswirkungen von verschiedenen visuellen Signalisierungsarten bei instruktionalen Medien auf Aufmerksamkeitsprozesse, kognitive Verarbeitungsprozesse (Cognitive Load) und Lernergebnisse in Abhängigkeit verschiedener Signalisierungsarten der präsentierten Materialien zu untersuchen. D.h. letztlich sollen Gestaltungsempfehlungen aufgestellt werden, mit denen Instructional Designer Lernumgebungen in einer Weise gestalten können, damit ein Lernprozess möglichst optimiert werden kann. 

     

                                       

     


Tiergestützte Intervention in der Hochschullehre

Tiergestützte Intervention in der Hochschullehre

Die positive Wirkung von Hunden im pädagogischen Setting ist mittlerweile durch vielfältige empirische Forschung bestätigt. Das Wirkungspanorama tiergestützter Intervention reicht von der Förderung kompetenten Sozialverhaltens bei Verhaltensoriginalität über die Reduktion von Stress in Prüfungs- und Leistungssituationen und motivationaler sowie kognitiver Aktivierung bis hin zur konkreten Förderung spezifischer kognitiver, emotionaler oder  psychomotorischer Kompetenzen über die komplette Lebenspanne hinweg.
Die psychische Gesundheit von Studenten ist ein kritisches Thema für Hochschulen. Die Mehrheit gibt an, unter Stress und Angst zu leiden. Die Interaktion mit Tieren kann auch bei Studierenden die psychische Gesundheit verbessern. Folglich können tiergestützte Interventionen eingesetzt werden, um die Studierenden zu unterstützen. Unsere Forschung in diesem Bereich analysiert zum einen die Einstellung deutscher Universitätsstudierenden zu Hunden, tiergestützte Interventionen und ihr Interesse an deren Einsatz an ihrer eigenen Universität. Zum anderen werden in Rahmen von Beobachtungsstudien konkrete Auswirkungen kurzzeitiger Interaktionen mit Therapiebegleithunden auf physiologischer Variablen (Blutdruck, Cortisol) und das subjektive Wohlbefinden (Basler Befindlichkeitsskala) untersucht.


Ergebnisse einer ersten Fragebogenerhebung finden Sie hier:
Rothkopf, C., Stark, T., & Schworm, S. (2019). Attitude towards and Interest in Dog-Assisted Interventions of Students in Higher Education. In HEAD'19. 5th International Conference on Higher Education Advances (pp. 875-882). Editorial Universitat Politècnica de València. https://doi.org/10.4995/HEAD19.2019.9402



  1. Fakultät für Humanwissenschaften
  2. Institut für Bildungswissenschaft

Professur für Erziehungswissenschaft

Digitale Bildung in Schule und Weiterbildung
Prof. Dr. Silke Schworm

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