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Nachwuchsforscher der Universität traf 29 Nobelpreisträger

Vortrag von Markus A. Huber in Lindau


Pressemitteilung vom 13. Juli 2016

Huber Mittel

Bildunterschrift:
Markus A. Huber im Rahmen seiner Präsentation beim Bayerischen Abend.
Bildnachweis: ©StMBW

29 Nobelpreisträger und 400 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus 80 Ländern nahmen an der 66. Nobelpreisträgertagung vom 26. Juni bis 1. Juli 2016 am Bodensee teil. Unter ihnen war auch Markus A. Huber vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Universität Regensburg. Der Regensburger Doktorand hatte sich erfolgreich in einem mehrstufigen internationalen Auswahlverfahren um einen Platz im Teilnehmerfeld beworben. Im Rahmen des Bayerischen Abends am 30. Juni erhielt er die Gelegenheit, als einer von nur zwei ausgewählten Sprechern einen Plenarvortrag zu seiner aktuellen Forschung vor den versammelten Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern zu halten.

Die diesjährige Nobelpreisträgertagung warf die Frage auf, ob die Quantentechnologie die Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts darstellt. Auch die Teilchenphysik, die Quantenphysik und die Kosmologie waren Schwerpunkte im Programm der diesjährigen Konferenz. Studierende, Doktoranden und Post-Docs unter 35 Jahren bilden das junge Teilnehmerfeld der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Sie erhalten dabei die Möglichkeit, sich mit Nobelpreisträgern über aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen im Bereich der Physik auszutauschen und ihre eigene Forschungsarbeit in Kleingruppen oder – ein Novum dieser Tagung – auf einer Poster Session vorzustellen.

Der Bayerische Abend, der am letzten Abend der Tagung vom Elitenetzwerk Bayern ausgerichtet wurde, sollte Bayern als starken und aussichtsreichen Forschungsstandort präsentieren. Die Eröffnung des Abends erfolgte im Lindauer Stadttheater durch den Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle. Die Moderation des Abends übernahm Prof. Dr. Hartmut Michel, der 1998 den Nobelpreis in Chemie für die Erforschung der Molekülstruktur des Reaktionszentrums der Photosynthese im Purpurbakterium erhielt. Anschließend erhielten zwei Mitglieder des Elitenetzwerks Bayern die einmalige Chance, ihre Forschungsergebnisse vor dem gesamten Fachpublikum aus Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern zu präsentieren. Dr. Cora Uhlemann von der Universität Utrecht sprach in Ihrem Vortrag über die Bedeutung Dunkler Materie für die Struktur des Universums.

Markus A. Huber lenkte in seinem Vortrag „Ultrafast near-field microscopy - watching electrons oscillate on the nanoscale“ das Augenmerk der Gäste auf die Phänomene der Nanowelt. Seine Präsentation widmete sich der Nahfeldmikroskopie, mit der ultrakurze Laserpulse stärker fokussiert werden können als es mit einfachen Spiegeln oder Linsen möglich wäre. So ist eine Auflösung im Nanometerbereich möglich; 1000-mal besser als es durch konventionelle Optik erreicht werden kann. In Kombination mit ultraschneller zeitlicher Auflösung durch Laserpulse können damit Schnappschüsse von Nanomaterialien aufgenommen werden. Durch diese Form der Materialcharakterisierung wurden bisher ungesehene Phänomene geklärt, wie beispielsweise die Frage, wo sich Elektronen in einem Halbleiter befinden, nachdem man diesen mit einem Laser angeregt hat. Das internationale Alleinstellungsmerkmal des Mikroskops in Regensburg ist außerdem, dass man dort das elektrische Nahfeld einer Probe direkt vermessen kann. Dadurch kann man kollektiven Oszillationen von Elektronen zum ersten Mal direkt beim Schwingen zusehen und erhält bisher unerreichbare Einblicke, wie diese Bewegungen zum Beispiel von Nanometer großen Kanten oder der Oberflächenrauhigkeit abhängen. Solche Beobachtungen sind eine notwendige Voraussetzung, um zu verstehen, welche Materialien man für neuartige elektro-optische Bauteile verwenden kann, die künftig Computerkonzepte mit höheren Taktraten erlauben sollen.

Persönlich empfand Huber die Nobelpreisträgertagung als „einzigartige Erfahrung“. Direktes Feedback von einem Nobelpreisträger zur eigenen Forschung zu bekommen sei eine große Ehre. Außerdem wäre es ein perfekter Ort, um andere junge Wissenschaftler kennenzulernen und sich über die verschiedensten Teilaspekte der Physik auszutauschen. Es sei faszinierend, wie unterschiedlich die Sprache in den diversen Unterdisziplinen ist, obwohl jeder dieselbe „Physik“ studiert habe. Diese Diskussionen hätten Huber die Augen geöffnet für neue, alternative Betrachtungsweisen physikalischer Aufgaben und Problemstellungen.

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Die Tagung ist abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet - den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich über alle drei naturwissenschaftlichen Gebiete erstreckt. Aufgrund der bis 2017 andauernden Modernisierung der örtlichen Veranstaltungshalle fand die Tagung dieses Jahr im Lindauer Stadttheater statt. Die sonst übliche Zahl von rund 600 Teilnehmern wurde deshalb auf 400 reduziert.

Weiterführende Informationen zur Tagung unter:
www.lindau-nobel.org/

Ansprechpartner (an der Universität Regensburg) für Medienvertreter:
Prof. Dr. Rupert Huber
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Physik
Tel.: 0941 943-2070
Rupert.Huber@ur.de

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