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Zertifikat "Inklusion - Basiskompetenzen“

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichteten sich die ratifizierenden Staaten zur Gewährleistung eines chancengleichen, inklusiven Bildungssystems. Allerdings ist bislang noch weitgehend offen, welche Kompetenzen Lehrkräfte für inklusive Bildung mitbringen und wie diese in der Ausbildung entwickelt werden können. Empirische Befunde liefern Hinweise darauf, dass sich insbesondere der Einbezug von systematisch unterstützten Praxiserfahrungen für die Ausbildung von Lehramtsstudierenden bezüglich inklusiver Bildung eignet. Bislang ist jedoch nur wenig darüber bekannt, wie diese Praxiserfahrungen aussehen sollen und inwiefern sie sich auf den Kompetenzzuwachs der Studierenden auswirken.

Im der Maßnahme wird daher das Zertifikat »Inklusion – Basiskompetenzen« im Rahmen des Grund- und Mittelschullehramts implementiert. Es wird ein studienbegleitendes dreisemestriges Zusatzangebot entwickelt, das sich unter anderem durch systematisch unterstützte Praxisanteile auszeichnet. Das Zertifikat wird einmal jährlich begonnen.

Die Inhalte bilden Grundlagen zu Inklusion, Diagnose und Förderung, Beratung und Kooperation sowie zur Unterstützung aller Lernenden in inklusiven Settings. In der Begleitforschung soll der Kompetenzzuwachs der Studierenden untersucht werden. Das Forschungsdesign der Interventionsstudie mit Experimental- und Kontrollgruppen sieht drei Messzeitpunkte und einen Methodenmix aus qualitativen (Interviews, Dokumentenanalyse) und quantitativen Forschungsmethoden (Fragebogen) vor. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit fließen direkt in die Weiterentwicklung und Konzeption ein.


Ziele der Maßnahme:

Die Studierenden sollen Basiskompetenzen aus den Bereichen Werthaltung, Wissen und Handlungskompetenzen erwerben, um in der späteren Berufspraxis in inklusiven Settings gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, deren Familien sowie dem Schulteam und Fachkräften das Lernen aller Kinder erfolgreich unterstützen zu können.


Aktuelles:

Aktuell nehmen insgesamt 43 Studierende des Lehramts an Grund bzw. Mittelschulen, verteilt auf zwei Studierendengruppen, das zusätzliche Studienangebot wahr. Zum Sommersemester 2016 begannen 24 Studierende mit dem Zertifikat, zum Sommersemester 2017 starteten 19 Studentinnen. Die Studierenden der ersten Gruppe werden das Zertifikat voraussichtlich Ende des Sommersemesters 2017 erfolgreich abschließen. Im Rahmen verschiedener Praxisseminare sammeln die Studierenden vielfältige schulpraktische Erfahrungen zum Thema Inklusion. Um dies zu ermöglichen, kooperiert die Universität mit elf Regensburger Schulen, darunter Grund- und Mittelschulen mit dem Profil Inklusion sowie verschiedenen Förderzentren. Das Konzept des Zertifikats sowie die ersten Ergebnisse der Begleitforschung wurden im Herbst 2016 sowie im Frühjahr 2017 auf deutschlandweiten Tagungen vorgestellt.


Leitung:


Fortbildung: Kommunikation - ein großes Fragezeichen

Für die teilnehmenden Studierenden wurde am 1. Juli 2016 eine Fortbildung mit dem Titel „Kommunikation − ein großes Fragezeichen“ angeboten. Die beiden Referentinnen, Judith Schweigert (Ergotherapeutin) und Silvia Weigert (Physiotherapeutin) von der Bischof-Wittmann-Schule Regensburg, gaben eine praxisorientierte Einführung in das Themenfeld der Unterstützten Kommunikation.

Inklusion Vortrag



Zunächst zeigte ein grundlegender Einblick in die Kommunikationstheorie, dass Kommunikation mehr ist als nur verbale Sprache. Die Referentinnen legten den Fokus auf den Personenkreis der Menschen, die sich mit den ihnen zur Verfügung stehende Kommunikationsmöglichkeiten nicht zufriedenstellend ausdrücken können (vgl. Kristen 2002). Die Unterstützte Kommunikation, als „Oberbegriff für alle pädagogischen Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten bei Menschen ohne Lautsprache bezwecken“ (ebd.), bietet hier große Chancen im Hinblick auf gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion. Verschiedene Kommunikationsformen wie Körpereigene Hilfen (z.B. Mimik, Blick), Gebärden aber auch Bild-/Symbolsyteme oder Elektronische Hilfen (z.B. Talker, iPad) stellen Alternativen zur verbalen Sprache dar oder können unterstützend eingesetzt werden. Die Referentinnen stellten insbesondere unterschiedliche Symbolsyteme und verschiedene Formen elektronischer Hilfen anschaulich und alltagsbezogen vor. Hier betonten sie die Möglichkeit des kombinierten Einsatzes verschiedener Materialien sowie körpereigener Kommunikationsformen.

Ziel der Fortbildung war es, die Studierenden als angehende Lehrkräfte für das Thema zu sensibilisieren. Unterstützte Kommunikation kann insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine große Chance im Hinblick auf Partizipation und Gleichberechtigung darstellen. „Kommunikation muss als eines der elementarsten Bedürfnisse des Menschen als lebensnotwendig angesehen werden“ (Leyendecker 2005), da sie Selbstbestimmung und Teilhabe an Gesellschaft ermöglicht und somit auch Grundlage gelingender Inklusion ist.

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